Stippgrütze ostwestfälisch
Der kulinarische Unimog - ein Rezept nur für Insider aus der Region. Die Zubereitung sollte in einem Raum erfolgen, den man hinterher eventuell nicht mehr braucht. Nase und Auge kochen hier nicht mit!
Niemals allein zubereiten. Es sollten mindestens drei Personen mit der passenden Lebenseinstellung dabei sein, inklusive begleitender Getränke - in diesem Fall ostwestfälisches Bier: Herforder, Detmolder oder, für ganz Hartgesottene - Barre. Dazu Wachholder - und nein, keinen Wippermann. Auf unserer Seite der lippischen Grenze trinkt man Kisker!
Für
ca. 25 Portionen, Mengen ergeben etwa 11 kg
Zubereitungszeit: 4 Stunden
Benötigt werden sehr große Töpfe, ein entsprechend großer Kochlöffel und ein Fleischwolf.
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Zutaten:
1.500 g große Schinkeneisbeine mit Schwarte
3.000 g Schweinbauch ohne Knochen und Knorpel, nicht zu mager
500 g Schweineherz
1.300 g Beinscheibe vom Rind, möglichst fleischig
2 große Bund Suppengemüse
600 g Zwiebeln, gehackt
1.500 g Gerstengrütze (Schwer zu kriegen, am Besten beim Fleischer fragen)
2 EL Pimentkörner
5 Lorbeerblätter
100 g Salz
2 EL schwarzer Pfeffer, gemahlen
Zubereitung:
Schritt 1 - Der lange Weg
Wo drin diese Mengen zubereiten? Der Klassiker ist natürlich ein Köker mit Holzfeuer.
Ansonsten gehen auch Geflügelbräter, Woks oder große Kochtöpfe. Das Fleisch in den Töpfen mit dem Suppengemüse Lorbeer und Piment einschichten, 100 g Salz dazu und mit Wasser aufgiessen bis alles gut bedeckt ist. Deckel drauf und ca. 1 1/2 Stunden weichkochen, bzw. bis das Fleisch vom Knochen fällt. Dabei gut lüften - das geht schlecht wieder raus...
Schritt 2 - Der vegetarische Teil
Während der Kochzeit etwas Brühe abschöpfen, die Gerstengrütze damit übergießen und quellen lassen.
Schritt 3 - Die Sauerei
Fleisch aus dem Topf nehmen, die Knochen entfernen und die Brühe durch ein Sieb gießen. Etwa 3 Liter Brühe, Grütze und Zwiebeln auf die Töpfe verteilen, köcheln lassen.
Schritt 4 - Das Massaker
Das Fleisch durch den Wolf drehen (Lochgröße 4-5 mm) und zur Grütze geben. Unter regelmäßigen Rühren bei mittlerer Hitze die Grütze gar kochen. Wenn nötig, Brühe angießen. Die Grütze darf nicht anbrennen. Nicht überkochen, das Fleisch sollte noch etwas plockig sein und einen leichten Biss haben. Die Grütze sollte eine breiige Konsistenz haben.
Schritt 5 - Das Grande Finale
Fertige Stippgrütze vom Herd nehmen und nochmal mit Salz und Pfeffer kräftig würzen.
Lässt sich prima für die kommenden Monsunmonate einfrieren.
Schritt 6 - Die fette Belohnung
Grütze in einer Pfanne scharf anbraten.
Bei den Beilagen gibt es die unterschiedlichsten Vorlieben:
- auf Graubrot mit eingelegten Gurken
- mit Pellkartoffeln und eingelegten Gurken
- mit Pellkartoffeln und Sauerkraut
- mit gedünsteten Zwiebeln
Dazu schmeckt kein Wein!



